|
|
| 
Westdeutscher Zucht- und Rassehunde Verein e.V - Rund um den Hund
letzte Aktualisierung: Freitag, 04. November 2011 - 22:17
|
| Hundeverordnungen |
Einreisebestimmungen |
| Einteilung der Rassen in Gruppen |
Giftige Pflanzen |
| Hüftgelenkdysplasie |
Wurftagsberechner |
| Magendrehung |
Das Schwimmer-Syndrom |
| Tierschutz im Grundgesetz |
Gerichtsurteile zum Streitpunkt Hunde |
| Gedichte, Reime & Verse |
Infektionskrankheiten beim Hund |
| Wissenswertes & Neuigkeiten |
Kynologische Begriffe, Fachausdrücke bzw. Kürzel |
| Ausstellungsordnung des WZRV e.V. |
Trächtigkeitskalender |
| Vermißt, entlaufen, verloren, entführt & gestohlen |
Kosten für den Aufbau eines Zuchthundes |
| Wichtige Kontakt - Adressen |
Gesund- und Wohlbehagen des Hundes |
| Krankheiten des Hundes |
Bachblüten |
| Physiotherapie ( Tier ) |
Coronavirus |
| Flöhe, Zecken,Würmer & andere Parasiten |
Kastration bzw. Sterilisation |
| Röntgenbild der Hüftgelenke des Hundes |
Transponder / Microchip |
| Das Gebiss des Hundes |
Patella - Luxation / Kniescheibenerkrankung |
| Ellenbogendysplasie |
Tasso e.V. Haustierregister |
| Progressive Retina Atrophie |
Einreisebestimmung Teil: 2 |
| *** Notruftelefon für Tierschutz *** |
Lebershunt |
| EU-Heimtierpass (Heimtierausweis) |
Wissenswertes zum Thema Vergiftung |
| Anatomie des Hundes |
MDR1 - Defekt |
| Das Ohr |
Dermoid Sinus |
| Mastozytose |
Deutsche Tollwutverordnung geändert! |
| Hundehaltung |
Aktuelles über die Tollwutimpfung |
| Die Leishmaniose des Hundes |
elektronische Kennzeichnung "Tran |
| Hundenamen von A - Z |
Neue Tollwutimpfverordnung |
| Entzündungen der Eichel (Balanitis/Balanoposthitis) |
Knickrute, Keilwirbel ect....... |
| Untersuchungen zur Embryogewinnung beim Hund |
Die Chiari - Malformation Typ 1 |
| Systemische Lupus Erythematodes (SLE) |
Herpesvirusinfektion beim Hund |
| Zum 01.01.2003 trat das neue Landeshundegesetz - LHundG NRW - in Kraft. |
Ellbogendysplasie |
| Zum Nachdenken |
[b]Die Regenbogenbrücke[/b] |
| Deutsche Tollwutverordnung geändert |
GOT - Gebührenordnung für Tierärzte, gültig ab 08. Juli 2008 |
| GOT - Gebührenordnung für Tierärzte, gültig ab 08. Juli 2008 |
MDR 1 Defekt bei Hunden |
|  |
| 
| Welche Anzeichen deuten auf HD? |
|
Unter Hüftgelenksdysplasie (HD) verstehen
wir eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Die beiden
gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der
Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung
tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark
ausgeprägt sein. HD entwickelt sich in den ersten 15 Monaten
des Lebens eines Hundes, später verändert sich nur noch
das Ausmass der Arthrose. Junge Hunde mit ausgeprägter HD
zeigen v.a. Schmerzen als Folge der unüblich starken
Lockerheit der Hüftgelenke. Bei älteren Hunden
überwiegen die Schmerzen als Folge der Abnützung
(Arthrose) der Hüftgelenke. Bei leichteren Formen der HD
können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht
stark beansprucht wird. Auch zwischen den einzelnen Hunden
bestehen Unterschiede in der Schmerzempfindung: Während der
eine Hund mit leichter HD bereits hinkt, hat der andere Hund mit
fortgeschrittener Arthrose eine spezielle Bewegungstechnik
entwickelt, um Schmerzen zu vermeiden, so dass der Besitzer von
der Behinderung möglicherweise gar nichts bemerkt.
Was ist die Ursache für HD?
Die Entwicklung der Hüftgelenke wird
massgeblich durch zwei Komponenten beeinflusst: 1. durch die
Erbanlage und 2. durch die Ernährung des Hundes. Beginnen wir
bei der Ernährung: Bei einem Hund mit Veranlagung zu HD ist
es möglich, durch eine kalorienmässig zurückhaltende
und ausgewogene Fütterung das Ausmass der Krankheit zu
mildern. Es ist erwiesen, dass Hunde, die langsam wachsen, weniger
schwer an HD erkranken als ihre schneller wachsenden und damit
schwereren Wurfgeschwister. Besonders wichtig ist dabei, im Futter
ein Ueberangebot von Kalzium (Futterkalk) zu vermeiden. Deshalb
sollte bei Verwendung eines Vollwertfutters darauf geachtet
werden, dass das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor etwa 1:1
ist. Früher hat man ein Verhältnis von 1.5:1 als richtig
erachtet. Dieses Vorgehen hilft zwar dem einzelnen Hund, der so
trotz ungünstiger Erbanlagen eine grössere Chance hat,
akzeptable Hüftgelenke zu entwickeln und ein weitgehend
normales und schmerzfreies Leben zu führen. Für
zukünftige Zuchttiere ist diese Taktik aber völlig
ungeeignet, da dadurch die genetische Belastung für HD nicht
aufgedeckt werden kann. Kommen derart aufgezogene und erblich
belastete Hunde zum Zuchteinsatz, wird die Veranlagung zu HD an
die nächste Generation weitergegeben. Die Folge ist, dass
unter den Nachkommen von Hunden mit guten Hüftgelenken
dysplastische Nachkommen auftreten.
In Züchterkreisen wird angenommen, dass die
jugendliche Aktivität der Welpen HD verursachen könne.
Bis heute konnte diese Theorie nicht bewiesen werden. Ein gesundes
Hüftgelenk wird durch die normale Bewegung und durch Spielen
mit Artgenossen nicht geschädigt. Sicher ist es vernünftig,
eine massive Überbeanspruchung des noch unreifen Skeletts des
Junghundes zu vermeiden., da ein Knochen im Wachstum weniger
belastbar ist, als das Skelett eines ausgewachsenen Tieres.
Die wichtigste Grundlage für HD liegt damit
in der Erbanlage der Hunde. Welche Gene eine Rolle spielen, ist
bis heute nicht geklärt. Erwiesen ist hingegen, dass sich HD
häufig in Form einer übermässigen Lockerheit oder
Instabilität des Hüftgelenkes zeigt, welche die
Entwicklung von Arthrose begünstigt. So wie wir beim Tragen
von zu grossen Schuhen bald Blasen oder einen tüchtigen
Muskelkater einfangen, nimmt auch das Hüftgelenk Schaden,
wenn der Oberschenkelkopf dauernd in der Gelenkspfanne
umherrutscht. Technisch ausgedrückt, erfährt ein
lockeres Hüftgelenk die selben Veränderungen wie ein
lockeres Radlager: Es wird ausgeschlagen. Beim jungen Hund zeigen
sich deshalb die stärksten Veränderungen an der
Gelenkspfanne: sie weitet sich auf und flacht sich ab. Damit wird
der Oberschenkelkopf nicht mehr korrekt geführt, es
entwickelt sich eine Arthrose.
Welche Folgen hat HD?
Bei Bewegung werden die Hüftgelenke
regelmässig zyklisch belastet. Ein stabiles Gelenk erträgt
diese lebenslange Belastung problemlos, es bleibt gesund. Die
regelmässige Belastung ist sogar notwendig für die
Ernährung des Gelenkknorpels. Bei einem instabilen oder
fehlgebildeten Hüftgelenk jedoch führt die
wiederkehrende Fehlbelastung zu Zerrungen der Gelenkskapsel, der
Bänder und zur Schädigung, des Gelenkknorpels und der
gelenksbeteiligten Knochen. Es entwickeln sich knöcherne
Zubildungen und Verformungen am Gelenk, welche auf dem Röntgenbild
als bleibende Arthrose sichtbar sind. Die Folgen sind
Schmerzen im Hüftgelenk. Die Hunde versuchen die
Hintergliedmasse zu entlasten. Diese beiden Mechanismen führen
zu Muskelschwund, was die Arthrose weiter fördert, weil
dadurch die stützende Funktion der Muskulatur am Hüftgelenk
wegfällt. Hunde mit mittel- bis hochgradiger HD sind deshalb
meist weniger aktiv. Sie legen sich häufig hin, zeigen Mühe
beim Aufstehen und lahmen in der Hinterhand, insbesondere nach
längerem Liegen. Im Frühstadium der Krankheit kann die
Lahmheit nach den ersten Schritten noch verschwinden. Später
zeigen dysplasiegeplagte Hunde bei körperlichen Aktivitäten
immer deutlicher Lahmheitsanzeichen. Nicht selten verändert
sich unter chronischen Schmerzen auch der Charakter des Hundes.
Aus dem fröhlichen Lebensgefährten kann ein missmutiger,
mitunter sogar bissiger Zeitgenosse werden.
Wie wird die Diagnose HD gestellt?
Die Diagnose HD lässt sich anhand von
Röntgenaufnahmen des Hüftgelenks stellen (Abbildungen 1
und 2). Sichtbare Veränderungen können an der
Gelenkspfanne, am Oberschenkelkopf oder an beiden Knochen
auftreten. Bei jungen Hunden ist gelegentlich nur ein auffällig
lockeres Hüftgelenk zu beobachten, bei dem der
Oberschenkelkopf nicht korrekt in der Gelenkspfanne liegt.
Aufgrund der Veränderungen auf dem Röntgenbild werden
fünf Schweregrade von HD unterschieden (Tabelle 1).
Wie häufig kommt HD bei den untersuchten
Hunden vor?
Kürzlich wurden die HD-Resultate von allen
3749 Hunden, die in der Schweiz zwischen 1991 und 1994 im Rahmen
der Körung auf HD untersucht worden waren, zusammengestellt.
HD trat bei Rüden und Hündinnen gleich häufig auf,
das Auftreten hängt also nicht vom Geschlecht des Tieres ab
(Tabelle 1). Ein Viertel der untersuchten Hunde wurde als HD-frei,
und ein Drittel als Übergangsform beurteilt (Abbildung 3).
Damit gehören beinahe 60% der Hunde zu den beiden Graden, die
mit gutem Gewissen zur Zucht verwendet werden können. Mehr
als ein Viertel der Hunde wurde als leicht dysplastisch (HD-Grad
C) bewertet, sie sollten nicht zur Zucht verwendet werden. Rund
jeder 7. Hund fiel sogar in die HD-Grade D und E mit ausgeprägten
Gelenksveränderungen. Derartige Tiere sind von der Zucht
ausgeschlossen.
Kommt HD bei allen Rassen gleich häufig
vor?
Trotz Bekämpfung der HD seit rund 30 Jahren
sind somit immer noch rund 40% der mittelgrossen und grossen
Rassehunde dysplastisch, ihr Anteil ist aber bei den verschiedenen
Rassen sehr unterschiedlich (Tabelle 2). Bei gewissen Rassen
erreicht der Anteil an mittelgradiger und hochgradiger HD mehr als
20%. In der besagten Studie wies der Siberian Husky die besten
Hüftgelenke auf, gefolgt von den Bearded und Rough Collies
und den Belgischen Schäferhunden. Dysplasiefrei waren rund
zwei Drittel aller Hovawarte, Flat Coated Retriever, Leonberger
und Rottweiler, über die Hälfte der Labrador Retriever
und Berner Sennenhunde, die Hälfte der Golden Retriever,
Neufundländer und der Deutschen Schäferhunde, aber
weniger als die Hälfte der untersuchten Boxer. Bei
Bernhardinern, sowie English und Gordon Settern lag die HD-Rate
bei erschreckend hohen 60-70% (Abbildung 4).
Wieso bestehen derartige Rassenunterschiede in
der HD-Häufigkeit?
Bei gewissen Rassen kam die Krankheit schon zu
Beginn der HD-Bekämpfung selten vor. Dies ist vermutlich der
wichtigste Grund für ihre gute Hüftgelenksqualität.
Besonders Schlittenhunde oder Jagdhunde, die seit jeher auf eine
lebenslange Leistungsfähigkeit gezüchtet worden sind,
zeigen kaum HD; Hunde, die nach anstrengender Arbeit lahmten,
wurden gar nicht erst zur Zucht verwendet. Beim Hovawart waren
schon vor der Einführung der HD-Kontrolle viele Hunde
dysplasiefrei, deshalb konnte seit jeher eine strenge Selektion
durchgeführt werden.
Die wichtigsten Gründe für den hohen
HD-Anteil in verschiedenen Rassen sind die Verwendung
dysplastischer Elterntiere (HD Grad C) zur Zucht und das
weitgehende Fehlen einer Nachzuchtkontrolle. Beim Bernhardiner
rächt es sich, dass die Zuchttiere jahrelang nicht auf HD
untersucht und Hunde trotz ausgeprägter HD zur Zucht
verwendet worden sind. Bei vielen Rassen wird bei der Auswahl von
Zuchthunden zudem zu stark dem Exterieur und dem Kampftrieb
Bedeutung zugemessen. Gesundheitliche Aspekte werden kaum
berücksichtigt. Überdies bestehen Hinweise dafür,
dass z.B. beim Deutschen Schäferhund die abfallende
Rückenlinie und die starke Hinterhandwinkelung die HD
geradezu fördert.
Der Anteil dysplastischer Hunde ist mit grosser
Wahrscheinlichkeit noch höher als es die Zahlen in Tabelle 2
widerspiegeln, da Röntgenbilder von schwer dysplastischen
Hunden kaum je zur offiziellen Beurteilungsstelle eingesandt
werden, da die Züchter um ihren guten Ruf als HD-freie
Zuchtstätte fürchten. Auch Bilder von dysplastischen
Tieren, die vor dem Erreichen des ersten Altersjahres wegen
Bewegungsstörungen geröntgt werden, gelangen kaum je zur
Auswertung. Dieses Vorgehen behindert den Fortschritt enorm, da es
dadurch unmöglich wird, die Zuchtvorschriften so anzupassen,
dass die Zahl dysplastischer Hunde vermindert werden kann. Zudem
werden die Berechnungen zur Erblichkeit (Heritabilität) der
HD verfälscht. Die Züchter und Hundebesitzer betrügen
sich so selber um ihre Bemühungen, die HD-Häufigkeit
nachhaltig zu senken.
Wieso kommt die HD immer noch so häufig
vor?
Eine derart hohe Zahl an ausgeprägt
dysplastischen Hunden ist nicht zu verantworten. Sie widerspricht
auch dem Gedanken des Tierschutzes, nur Tiere zu züchten, die
frei sind von Krankheiten, welche die Lebensqualität
einschränken. Dazu gehört auch die schmerzhafte HD.
Jeder Käufer eines rassereinen Hundes hat grundsätzlich
Anrecht auf einen geistig und körperlich gesunden und damit
dysplasiefreien Hund. Solange jedoch unter den heute geltenden
Zuchtvorschriften über 80% aller untersuchten Hunde als
zuchttauglich erklärt werden, lässt sich die
HD-Häufigkeit bei den Nachkommen nicht senken. Erschwerend
kommt dazu, dass der Zuchtwert eines Tieres für das Merkmal
HD nicht nur allein von der Qualität seiner eigenen
Hüftgelenke abhängt, sondern auch von derjenigen seiner
nahen Verwandten wie der Eltern und der Geschwister. Nur wenn ihre
HD-Ergebnisse mitberücksichtigt werden, lässt die
Hüftgelenksqualität der Nachkommen schätzungsweise
voraussagen.
Wie kann HD bekämpft werden?
Jeder Züchter und Hundebesitzer kann durch
eine sorgfältige Fütterung des jungen Hundes direkten
Einfluss auf die Entwicklung der Hüftgelenke nehmen. Es ist
nachgewiesen, dass eine zu schnelle Gewichtszunahme in den ersten
10 Lebensmonaten die HD-Häufigkeit fördert. Zu grosse
Mengen von Energie, Protein und Mineralstoffen, insbesondere von
Kalzium im Futter begünstigen die Ausbildung der HD
nachweislich. Wird in diesem Lebensabschnitt der HD-gefährdete
Hund noch übermässig beansprucht, kann sich die HD noch
verschlimmern. Hingegen scheint weder die endgültige
Körpergrösse noch das endgültige Körpergewicht
des Hundes einen wesentlichen Einfluss auf die Ausprägung der
HD zu haben. Im Laufe des Lebens des Hundes kann die Arthrose
infolge starken Übergewichts noch schwerer werden. Eine
frühere Vermutung aber, dass Vitamin C eine HD verhindern
kann, hat sich als Irrtum erwiesen.
Die langfristig wirksamste Massnahme zur
Verringerung der HD ist die Einführung und Durchsetzung von
Paarungsbeschränkungen. Der Anteil gesunder Nachkommen steigt
an, wenn nicht nur der HD-Grad des Tieres selber (die sogenannte
Eigenleistung), sondern auch die HD-Resultate seiner Geschwister
und insbesondere seiner bereits geborenen Nachkommen mit
berücksichtigt werden. Mit Hilfe einer derartigen
Zuchtwertschätzung könnte der Züchter für
sein Zuchttier einen geeigneten Partner auswählen, ohne
seinen Hund wegen HD-Belastung von vorne herein aus der Zucht
nehmen zu müssen. Dieses Konzept wird als strategische
Paarung bezeichnet und hat zum Ziel, nur noch Welpen zu
züchten, die ein unterdurchschnittliches Risiko haben,
an HD zu erkranken. Die Zuchtzulassung wird damit nicht mehr vom
HD-Resultat des Einzeltieres abhängig gemacht, sondern vom
HD-Risiko bei den Nachkommen einer Paarung. Diese Methode der
Zuchtselektion hat sich in der Nutztierzucht und neuerdings auch
beim Hund als äusserst erfolgreich erwiesen. In Deutschland
haben bereits über 50 Rassehundeklubs diesen Weg beschritten.
Der Erfolg der strategischen Paarung hängt aber entscheidend
von der Erarbeitung einer neuen Zuchtstrategie und vom
konsequenten Einhalten der daraus entwickelten
Paarungsbeschränkungen ab.
Der stärkste Ansporn zur Verbesserung der
HD-Situation bei den Rassehunden wird ohne Zweifel der kritische
und fordernde Käufer geben. Wenn er nicht mehr akzeptiert,
dass in gewissen weitverbreiteten Rassen jeder fünfte Hund an
HD leidet, sondern eine Kaufpreisminderung und die Übernahme
der Behandlungskosten verlangt oder solche Tiere unter
nachdrücklicher Rückforderung des vollen Kaufpreises gar
an den Züchter zurückgibt, wird sich unter den Züchtern
schnell die Erkenntnis verbreiten, dass es billiger und für
den guten Ruf vorteilhafter ist, eine wirksame Zuchtplanung
einzuführen, als weiter nach eigenem Gutdünken Hunde zu
paaren und die Augen vor den schlechten Resultaten zu
verschliessen. Auch der Gesetzgeber kann durch den Erlass und
das konsequente Durchsetzen eines wirksamen Tierschutzgesetzes
folgenreiche Änderungen des Zuchtverhaltens auslösen. Im
weiteren sind die Rasseklubs auch dazu aufgerufen, die unsinnige
Ehrung eines einzelnen Champion of Champions abzuschaffen und
dafür diejenigen Züchter zu belohnen, bei welchen alle
gezüchteten Hunde gesund und langlebig sind und einem
vernünftigen Rassestandard entsprechen. Nicht der einzelne
Spitzenhund garantiert eine gesunde Rasse, sondern eine breite
Basis von gut entwickelten Tieren.
Korrespondenzadresse:
PD Dr. Mark Flückiger, HD-Kommission Zürich,
Tierspital Zürich, Abteilung für
Bildgebende Diagnostik
Winterthurerstrasse 260
CH-8057 Zürich.
Abbildung 1: Verteilung von 3749 Hunden auf die 5
HD-Grade in %

Abbildung 2: HD-Verteilung in % in den 10 häufigsten
Rassen (1991-1994)

Tabelle 1: HD-Resultate der untersuchten Hunde, aufgeteilt nach
HD-Grad und Geschlecht. Angaben in %.
|
| HD-Grad (FCI) |
Anteil Hunde in % |
| |
Hündinnen |
Rüden |
| A = HD-frei |
24 |
26 |
| B = Uebergangsform |
33 |
33 |
| C = leichtgradige HD |
29 |
26 |
| D = mittelgradige HD |
10 |
12 |
| E = hochgradige HD |
4 |
3 |
|
Tabelle 2: HD-Häufigkeit bei 3056 Hunden aus 30
Hunderassen in der Schweiz in den Jahren 1991-1994.
|
| Rasse |
Anteil dysplastischer
Tiere (HD-Grad C-E) in % |
Anteil
zuchttauglicher Tiere (%) |
Anzahl untersuchter Hunde |
| |
|
|
|
| |
0-20% Dysplasie |
| Siberian Husky |
7 |
100 |
128 |
| Colli/ Rough Collie |
8 |
100 |
52 |
| Bearded Collie |
13 |
87 |
30 |
| Belg. Schäferhund |
15 |
85 |
116 |
| Malinois |
4 |
|
46 |
| Groenendael |
20 |
|
20 |
| Tervueren |
24 |
|
50 |
| |
|
|
|
| |
21-40% Dysplasie |
| Airedale Terrier |
21 |
79 |
38 |
| Dalmatiner |
21 |
95 |
39 |
| Hovawart |
28 |
72 |
83 |
| Flat Coated Retriever |
31 |
92 |
87 |
| Border Collie |
33 |
67 |
55 |
| Eurasier |
36 |
64 |
42 |
| Leonberger |
36 |
85 |
117 |
| Bouvier des Flandres |
37 |
87 |
32 |
| Rottweiler |
38 |
86 |
66 |
| Landseer |
39 |
97 |
31 |
| Dogge |
40 |
91 |
43 |
| |
|
|
|
| |
41-60% Dysplasie |
| Riesenschnauzer |
41 |
91 |
58 |
| Grosspudel |
41 |
85 |
41 |
| Bobtail / O.E. Sheepdog |
41 |
81 |
54 |
| Labrador Retriever |
42 |
83 |
312 |
| Berner Sennenhund |
46 |
82 |
295 |
| Briard |
49 |
76 |
69 |
| Irish Setter |
51 |
91 |
43 |
| Gr. Schw. Sennenhund |
51 |
88 |
43 |
| Golden Retriever |
51 |
81 |
211 |
| Neufundländer |
51 |
68 |
75 |
| Deutscher Schäferhund |
53 |
79 |
696 |
| Boxer |
58 |
85 |
91 |
| |
|
|
|
| |
über 60% Dysplasie |
| Bernhardiner |
63 |
68 |
38 |
| English Setter |
69 |
72 |
29 |
| Gordon Setter |
69 |
55 |
42 |
| |
|
|
|
Die Paarungsvorschriften gelten vereinzelt
erst seit 1994 (SKG 1994).
Copyright © 1999 M. Flückiger
|
|  |
|
Seitenanfang
Copyright © 2002-2012 Westdeutscher Zucht- und Rassehunde Verein e.V. || Design Raven-Web Zuletzt aktualisiert am 04.02.2012
|
|